Freiwilligenarbeit in Straßenkinderprojekten
Das starke Wachstum des Ortes Karatu, bedingt durch die ohnehin hohe Bevölkerungswachstumsrate und den Zuzug vieler Einwohner aus anderen Regionen, hat zur Folge, dass auch die Zahl der auf der Straße lebenden Kinder zunimmt.
Die Kinder sind zum Teil aus anderen Regionen zugereist und hoffen, von dem vermeintlichen ‚Reichtum’, der sich durch den wachsenden Tourismus in Karatu einstellt, ein kleines bisschen abzubekommen.
Im täglichen Kampf ums Überleben versuchen sich die Straßenkinder neben Betteln etwas Geld durch kleine Dienstleistungen wie Wegweisungen, Hilfestellung bei Einkäufen für Touristen oder aber durch den Transport von Dingen zu verdienen.
Oftmals haben Straßenkinder noch beide Eltern oder ein Elternteil. Aufgrund familiärer Probleme unterschiedlichster Art, sei es Armut, Alkohol oder Nicht-Akzeptanz durch den neuen Stiefvater, wird jedoch von den Kindern das Leben auf der Straße dem Leben in der Familie vorgezogen.
Den Straßenkindern, die meist ihre Schullaufbahn in der Primary School abgebrochen haben, fehlt Kontinuität im Tagesablauf. Immer wieder sind gesundheitliche Schäden durch Drogenkonsum, und hier insbesondere durch das Schnüffeln von Lösungsmitteln wie Klebstoff, festzustellen.
MWEMA-Straßenkindercenter
Dieser Gruppe von Kindern hat sich mit sehr viel Engagement und Erfolg das MWEMA Straßenkindercenter angenommen.
Die lokale NGO MWEMA bietet derzeit 25 Kindern, überwiegend Jungs im Alter von 6-16 Jahren, ein neues Zuhause. Neben der geschützten Unterbringung in einem gemieteten Haus, den damit verbundenen festen Regeln und der Verpflegung mit Essen, erhalten die Kinder durch eigens angestellte Lehrer Unterricht auf Primary oder Secondary Niveau, um ihnen eine Reintegration in den normalen Schulalltag zu ermöglichen. Sie erhalten Hausaufgabenhilfe, Möglichkeit für Sportaktivitäten am Nachmittag und Gesprächsbetreuung durch ausgebildete Mitarbeiter der NGO. Diese Angebote werden ebenfalls von über 30 Straßenkindern in der Tagesbetreuung angenommen.
Ein weiteres Ziel von MWEMA ist die Wiedereingliederung der Kinder in ihre Familien, daher wird versucht, die Familien so früh wie möglich in den Betreuungsprozess mit einzubeziehen.
MWEMA unterstützt zudem ältere Kinder, die nicht wieder in die Schule gehen möchten, bei der Suche nach einer Ausbildungsstätte.
Einmal in der Woche bietet MWEMA allen Straßenkindern von Karatu die Möglichkeit, ihre Kleidung zu waschen und eine freie Mahlzeit zu bekommen. Außerdem erhalten die Kinder Unterricht/Aufklärung in Gesundheitsfragen, Gebrauch von Drogen, Hygiene und Pubertät/ Sexualität.
MWEMA freut sich sehr über unterstützende Mitarbeit durch Volontäre, deren Aufgabenfeld sehr vielseitig sein kann.
Mögliche Aufgaben der Volontäre
- Hausaufgabehilfe am Nachmittag
- Englisch-Unterricht im Rahmen des Sonderunterrichts
- gemeinsamer Sport, Unterrichtung von Mannschaftssportarten oder- spielen
- gemeinsame Wanderungen in die Umgebung
- Unterstützung in der Freizeitgestaltung durch kunsthandwerkliche oder musikalische Ideen
- Anlage und Pflege eines Gemüsegartens auf dem Grundstück des Centers zusammen mit den Kindern
- Unterstützung der NGO in der Erstellung von werbewirksamem Informationsmaterial, das für fundraising benötigt wird
Voraussetzung des Volontärs:
- eine pädagogische Ausbildung wird bevorzugt ist aber nicht Bedingung
- großes Interesse, Offenheit und Geduld im Umgang mit Kindern, die eine schwierige Vergangenheit haben
- ein hohes Maß an Eigeninitiative und Ideenreichtum in der gemeinsamen Freizeitgestaltung
- Belastbarkeit bei Rückschlägen
Dauer des Freiwilligeneinsatzes: Mindestens 3 Monate (inkl. 2-wöchigem Sprachkurs), längere Aufenthalte sind wünschenswert, kürzere Einsätze sind bei Arbeit mit Kindern nicht sinnvoll
Unterbringung: extern, in einem Gästehaus nah zum Projektort
Projektort: Karatu Stadt


